ESV-Master gewinnen in Hannover elf Medaillen

Mehr als 1000 Masters-Schwimmer aus über 260 Vereinen gingen bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Hannover an den Start, darunter auch sechs Frauen und neun Männer des ESV Frankfurt. Zwölf von ihnen kehrten medaillengeschmückt zurück. Insgesamt erkämpften die Frankfurter drei Gold-, drei Silber- und fünf Bronzemedaillen in Einzel- und Staffelwettbewerben.

Solveig Seidel (AK 50) hatte sich diesmal speziell auf die 100-m-Schmetterlings-Konkurrenz vorbereitet, denn da rechnete sie sich noch am ehesten Medaillenchancen aus. Doch die Plaketten gewann sie diesmal in der zweiten Schwimmart, die sie exzellent beherrscht, dem Brustschwimmen. Über 50 Meter gelang ihr mit neuer persönlicher Bestleistung von 37,87 Sekunden sogar der Griff nach Gold. Auf der 100-Meter-Distanz kam Bronze dazu. Und ihren Medaillensatz komplettierte die 52-Jährige mit Silber und Bronze in den Staffelentscheidungen.

Die letzten Erfolge von Christopher A. Grahlemann (35) liegen bereits einige Zeit zurück. 2010 wurde der inzwischen 35-Jährige in Göteborg Weltmeister über 50 und 100 m Freistil seiner Altersklasse. An diese Erfolge möchte der Physiotherapeut mit eigener Praxis in Leipzig anknüpfen und trainiert seit wenigen Monaten wieder regelmäßig. Dass er kaum etwas von seiner früheren Schnelligkeit eingebüßt hat, zeigen seine Zeiten über 50 m (23,31 sek.) und 100 m Freistil (52,30 sek.), mit denen er souverän Deutscher Meister wurde. Nun liegt sein Augenmerk auf den Weltmeisterschaften der Masters im nächsten Jahr in Südkorea, auf die er sich gezielt vorbereitet und bei denen er ganz vorn mitschwimmen möchte. Auf dem Weg dorthin nimmt er in einigen Tagen auch an den Offenen Deutschen Meisterschaften teil. Dort könnte dann vielleicht der Deutsche Rekord über 50 m Freistil in seiner Altersklasse, der bei 23,00 sek. liegt, fallen. Diesen hat er in Hannover noch knapp verfehlt.

Kevin Swazinna (AK 30) hatte mit Vater Holger (AK 60) immer ein sportliches Vorbild in der eigenen Familie. Seit einigen Jahren nehmen sie hin und wieder gemeinsam an Deutschen Meisterschaften teil. Dass aber beide zu den Medaillengewinnern im ESV-Team gehören, ist ein Novum. Während Kevin über 50 m Rücken Silber erkämpfte, sicherte sich sein Vater gleich viermal Edelmetall: Bronze über 100 m Lagen und 100 m Schmetterling sowie Silber und Bronze in den Staffelwettbewerben.

Letztere sind seit Jahren eine sichere Medaillenbank des ESV. Auch in diesem Jahr waren viele schlagkräftige Staffeln aufgestellt worden. „Leider hatten wir kurz vor den Wettkämpfen zwei krankheitsbedingte Ausfälle, so dass wir mehrere Staffeln umstellen und eine sogar abmelden mussten. Sonst wäre sicher noch mehr möglich gewesen, da die Entscheidungen fast immer sehr knapp waren“, meinte Masters-Verantwortlicher Nico Bellin. Für das ESV-Team gab es trotzdem viermal Grund zum Jubeln. Am engsten ging es über 4×100-m-Lagen mixed in der AK 200 zu. Hier sprang Frank Kaschel (AK 55) für den erkrankten Bernd Leppert ein und schwamm die Staffel auf der Rückenstrecke an die Spitze. Solveig Seidel (Brust) und Tino Mattuschka (50/Schmetterling) bauten den Vorsprung aus. Dann sprang Annette Stein (40) ins Wasser, die lieber Rücken als Freistil geschwommen wäre. Sie hatte das Pech, gegen eine 15 Jahre jüngere Schwimmerin antreten zu müssen, die auf den letzten Metern förmlich angeflogen kam und im Anschlag die schon fast sicher geglaubte Goldmedaille noch wegschnappte. Lange traurig waren Annette und ihre Teamkollegen aber nicht. „Wir haben Silber gewonnen und sind alle prima Zeiten geschwommen. So ist eben der Sport.“ Einige Minuten zuvor hatte das ESV-Quartett, das in der AK 240 antrat, im selben Wettbewerb ebenfalls Silber gewonnen. Hier schwammen Kerstin Macht (55/Rücken), Iris Schulz (55/Brust), Holger Swazinna (Schmetterling) und Jürgen Weber (65/Freistil). Für Jürgen Weber war es der erste große Wettkampf. Er hatte erst vor zwei Jahren, nachdem er Rentner geworden war, wieder mit dem regelmäßigen Training begonnen. Und das zahlte sich jetzt aus. In der 4×50-m-Lagen-Staffel gewannen die Vier zudem noch Bronze. Eine weitere Bronzeplakette steuerte die 4×50-m-Lagenstaffel der Frauen (160) in der Besetzung Theresa Nehring (30), Solveig Seidel, Maren Seliger (25) und Kerstin Macht zur guten ESV-Bilanz bei.